Stephan Griebel

Einsichten, Aussichten und anderes

Verbreitern digitale Medien die Kluft zwischen Jungs und Mädchen – zugunsten der Mädchen?

Posted by sjgriebel - 17. August 2014

Vielleicht liege ich mit meiner Frage ja völlig falsch. Dennoch:  Mein Eindruck ist, dass in der Diskussion um Digitale Medien in einem erheblichen Maße 1) auf prozessorientierte Kompetenzen (u.a. Kommunikation in einen sehr breiten Sinne) fokussiert wird, die sich 2) mit sozialen Medien besonders gut abbilden lassen.

Soziale Medien sind, auch wenn man Videos, Grafiken oder sonst was einbetten kann, in erster Linie textbasiert. Um sinnvoll mitzutun, muss man sich also schriftlich ausdrücken können. Machen wir es damit Lernenden, die mit schriftlicher Kommunikation auf Kriegsfuß stehen, nicht besonders schwer? Etwas platt ausgedrückt: Bestimmt die Deutsch-Note zukünftig dann auch die Mathe-Note? Oder umgekehrt: Wer gute Noten in Deutsch hat, hat’s auch in Mathe leichter?

Provozierend zugespitzt (angelehnt an die Ergebnisse der DESI Studie) : Geraten damit die (einsilbigen) Jungs, hinter den (sprachbegabten) Mädchen noch weiter in Rückstand?

Verbreitern also digitale Medien die Kluft zwischen Jungs und Mädchen – zugunsten der Mädchen?

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2 Antworten to “Verbreitern digitale Medien die Kluft zwischen Jungs und Mädchen – zugunsten der Mädchen?”

  1. Herr Rau said

    Lesekompetenz ist sicher für die Mathenote sehr wichtig, wie für alle Fächer. (Leider ist das nicht wirklich ein Schwerpunkt im Fach Deutsch, aber sei’s drum.) Aber konkreter: Gibt es Untersuchungen, welche Art Texte auf sozialen Medien publiziert werden? Wie viele Bilder, wie viel Textbausteine aus vorgefertigten Fragebögen, wie viel tatsächlich selbst produzierter Text? Ich habe den verdacht, dass es von letzterem weniger ist, als man meint, und mit der Art schriftlicher Kommunikation im Deutschunterricht weniger zu tun hat, vielleicht sogar kontraproduktiv ist. (Dort argumentativ, im Web eher phatisch?)

  2. doebeli said

    Ist es wirklich so, dass die Bedeutung des Schriftlichen in der digitalisierten Welt zunimmt? Ist es nicht eher so, dass ich auch ohne grosse Lese- und Schreibkompetenz heute besser an Weltwissen herankomme als früher? Vor 50 Jahren musste ich lesen können, um etwas zu lernen. Heute kann ich mit YouTube und Co. auch einiges lernen, ohne lesen zu müssen.

    Dass in der Schule weiterhin viel Textproduktion verlangt wird, ist etwas anderes. Ich empfehle z.B. Berufsschulen bei bestimmten Berufsgruppen, Lernende stärker mit Bildern arbeiten zu lassen: Beobachtungs- und Dokumentationsaufträge mit dem eigenen Smartphone. Damit können Aufgaben gelöst und Erfahrungen dokumentiert werden, ohne dass man viel Schreiben muss.

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