Stephan Griebel

Einsichten, Aussichten und anderes

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Didacta 2014: There ain’t no such thing as a free lunch.

Posted by sjgriebel - 29. März 2014

Zitat aus Johan Schloemann: Ausgenutzte Forscher, in Feuilleton der Süddeutschen Zeitung vom Freitag, 28.3.2014.

… Im Internet herrscht ja angeblich eine „Gratiskultur“. In Wahrheit aber ist nichts umsonst. Wenn irgendetwas, was irgendetwas wert ist, wie umsonst aussieht – Dienste, Informationen, Ideen, Informationen, Unterhaltung, Texte -, so hat doch irgendjemand dafür bezahlt: mit Lebens- und Arbeitszeit; mit Geld; mit der Preisgabe persönlicher Daten, die wiederum Geld wert sind; oder mit der Bereitschaft, sich Werbebotschaften auszusetzen, die auf  Kaufentscheidungen abzielen.

Warum ich dies hier zitiere? Weil man es nicht oft genug sagen kann: das ‚Open‘ in Open Education Resources (OER) implizert ein anderes ‚frei‘, als das oft so (miss)verstandene kostenlos ‚frei‘.  Mehr im Sinne von Richard Stallmann:  „‚free‘ as in ‚free speech,‘ not as in ‚free beer'“.

Auf der Didacta 2014 durfte ich wieder einmal Zeuge einer Diskussion werden, wo unter anderem, vielleicht sogar genau dieses Missverständnis dem Fortgang der Diskussion im Wege stand. Bemerkenswert hielt ich vor allem die Aussage eines Diskutanten, dass alle Apps, die er für sein Thema gefunden hat, entweder unbrauchbar wären oder etwas kosten würden. Anscheinend – so mein Verständnis der Ausführungen – solle man einfach ihm (Steuer)Geld geben, und er würde was echt Gutes machen…

Schon interessant, oder? Kostenlos = unbrauchbar. Kostenpflichtig = auch unbrauchbar. Kosten auf andere abwälzen = super Idee. Es tut mir leid, aber auch wenn man’s nicht gerne hören will: There ain’t no such thing as a free lunch.

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Didacta 2014: Frei nach Adam Riese

Posted by sjgriebel - 29. März 2014

Auf der Didacta 2014 lagen an einem Stand auf dem Gang in Nähe der Halle 1 Postkarten mit  schulbezogenen Sprüchen zum Mitnehmen aus. Bei der Aussage „Frei nach Adam Riese“ habe ich gestutzt. Frei nach Adam Riese – bedeutet dies, dass wir vor Adam Ries(e) unfrei waren? In dem Sinne, dass Adam Ries mitgeholfen hat, das Rechnen-Können breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen (Rechenbücher in deutscher statt lateinischer Sprache, praktische arabische Zahlen statt unhandlicher römischer, riesige Verbreitung seiner Werke), hat er uns tatsächlich unabhängig und damit frei gemacht von den damaligen gelehrten Rechenmeistern. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung von Bildung. Frei dank Adam Riese – ein wunderbarer Gedanke. Danke, Adam Riese.

Fundstück Didacta: Frei nach Adam Riese

Fundstück Didacta: Frei nach Adam Riese

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